Minister Rösler: Die „Praxisgebühr“ bleibt wie sie ist

Bundesgesundheitsminister Phillip Rösler (FDP) hat Vorschläge der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT), die sog. „Praxisgebühr" zu reduzieren dafür aber bei jedem einzelnen Arztbesuch zu erheben, zurückgewiesen. MIT-Vorsitzender Josef Schlarmann hatte – ähnlich wie schon vorher der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Dr. Andreas Köhler – angesichts der im internationalen Vergleich höchsten Zahl von Arztbesuchen in Deutschland argumentiert: „Auch der Patient muss Verantwortung übernehmen, um die Kostenexplosion im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen."
Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) warnte vor einer derartigen Ausweitung. Sie sähe in diesem Fall die erfolgreichen zahnärztlichen Bemühungen in der Prävention gefährdet. Die Kassengebühr sei aus Sicht der Zahnärzteschaft sowieso sinnlos, da es kein „doctor hopping" – und somit keine überflüssigen Praxisbesuche - gebe. Im Gegenteil bestehe die Gefahr, dass gerade Risikopatienten aus sozial schwachen Bevölkerungsgruppen durch die finanzielle Barriere an dringend notwendigen Behandlungs- und Vorsorgemaßnahmen gehindert werden.
Der Hartmannbund (HB), größter freier Ärzteverband, ist ebenfalls gegen die Pläne der Mittelstandsvereinigung der Union. Nach den Vorstellungen des HB-Vorsitzenden Prof. Kuno Winn wäre es wesentlich sinnvoller, ein Kostenerstattungssystem mit prozentualer Selbstbeteiligung einzuführen.
Quellen: diverse Meldungen; KZBV-PM
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