FVDZ-Bundesvorstand erneut auf Konfrontationskurs gegen Nordrhein

Auftakt zum KZBV-Wahlkampf?
In der letzten Ausgabe seiner sog. „Vorstands-Info“ hatte der Bundesvorstand des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte e.V. (FVDZ) unter der bezeichnenden Überschrift „Ins richtige Tor treffen“ den Inhalt einer gemeinsam von vdek und KZBV herausgegebenen Pressemitteilung kritisiert und folgenden, einstimmig gefassten, Beschluss veröffentlicht:
BV-Beschluss:
„Der Bundesvorstand des FVDZ missbilligt den unabgestimmten Vorstoß des stellvertretenden Vorsitzenden der KZBV, Dr. Wolfgang Esser, zur sogenannten Reform der zahnärztlichen Vergütungsstrukturen in der GKV.“
Die Delegierten zur Landesversammlung in Nordrhein im FVDZ haben hierauf am vergangenen Samstag in Düsseldorf empört mit folgender – ebenfalls einstimmigen – Beschlussfassung reagiert:
Landesversammlung Nordrhein am 26. Juni 2010:
Reform des zahnärztlichen Vergütungssystems in der GKV
„Die Landesversammlung des Landesverbandes Nordrhein im FVDZ unterstützt die Bemühungen der KZBV, hier namentlich genannt Dr. Wolfgang Eßer, die längst überfällige Reform des zahnärztlichen Vergütungssystems in der GKV durchzuführen, die entgegen den unsäglichen Behauptungen des Bundesvorstandes im FVDZ-Vorstandsinfo 6/2010 schon seit einem halben Jahr der Öffentlichkeit bekannt sind.
Offensichtlich ist der BV demnach: - gegen die Aufhebung der Budgetierung,
- gegen die Abschaffung der Grundlohnsummenanbindung,
- gegen die Abschaffung der Beitragsstabilität als einziges Kriterium,
- gegen die Abschaffung der Degression und
- gegen die Finanzierung des Ost-West-Angleichs durch zusätzliche Mittel in der GKV.
Die Delegierten der Landesversammlung des Landesverbandes Nordrhein im FVDZ missbilligen darüber hinaus die einseitige und selektive Informationspolitik des Bundesvorstandes aufs Schärfste.“
Im Verlaufe der Diskussion sprachen mehrere Delegierte der nordrheinischen Landesversammlung den dringenden Verdacht aus, dass der Bundesvorstand mit seinen Äußerungen aktiv in den – offensichtlich bereits begonnenen – Wahlkampf der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung eingreifen will.
Zumindest bleibt festzustellen, dass FVDZ-Bundesvorsitzender Dr. Karl-Heinz Sundmacher jede Gelegenheit nutzt, um sich mit Nordrhein anzulegen. Letztes Zeugnis des langjährig gestörten Verhältnisses zu seinem mitgliederstärksten Landesverband war Sundmachers Kommentierung der vorgezogenen Vorstandswahlen in der KZV Nordrhein im Magazin „Der Freie Zahnarzt“ (DFZ), die er als „Beleg für ein gestörtes Demokratieverständnis aller Beteiligten“ abqualifizierte. Im Schlusssatz seines Beitrages hatte der Bundesvorsitzende sogar unverhohlen zur Wahlverweigerung bzw. zur Wahl von Oppositionslisten aufgerufen (Zitat: „Im Übrigen ist der Wähler gefordert, die passende Antwort auf diesen Vorgang zu geben.“), was im Landesverband Nordrhein großen Unmut hervorrief. Es dürfte auch kein Geheimnis mehr sein, dass der Rückzug des ehemaligen DZV-Vorsitzenden Martin Hendges aus dem Vorstand der „Deutschen Zahnärzte-Genossenschaft“ (DZGeG) ebenfalls mit diesem DFZ-Artikel in Verbindung gebracht werden muss.
Zusätzlich bemerkenswert ist, dass der FVDZ-Bundesvorstand noch nicht einmal den richtigen Namen des stv. KZBV-Vorsitzenden kennt (s.o. Beschluss des BV).
Quellen: DFZ 05/2010; FVDZ-„Vorstands-Info" 06/2010; FVDZ Nordrhein; FVDZ-Landesversammlung Nordrhein am 26.06.2010; adp-medien
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