„Sechs Jahre Rat sind genug“ - FVDZ fordert körperschaftsübergreifende Interessensvertretung statt Schönwetterpolitik

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte e.V. (FVDZ) tritt für die Periode 2010 bis 2016 wieder an, um die Interessen der bayerischen Zahnärzte in der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) zu vertreten. „Sechs Jahre mit Dr. Janusz Rat sind genug“, meint Landesvorsitzender Dr. Jürgen Welsch in einer aktuellen Pressemeldung des FVDZ-Landesverbandes Bayern.
„Die bayerischen Zahnärzte haben die Nase voll von der Schönwetterpolitik der KZVB, deren Vorstand einen permanenten Schmusekurs mit Politik, Aufsichtsbehörde und Krankenkassen betreibt“, begründet der FVDZ-Landesvorsitzende. In den vergangenen sechs Jahren hat sich nach Ansicht des FVDZ die finanzielle Situation für die Zahnärzte deutlich verschlechtert. Rat habe es versäumt, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegenzusteuern. Stattdessen brüste sich die KZVB-Vertretung mit dem guten Verhältnis, das sie zu den Krankenkassen unterhält und damit, dass man bei den Honorarverhandlungen nicht einmal das Schiedsamt habe anrufen müssen. „Eine Vertretung, die die Möglichkeit eines besseren Honorarabschlusses für Zahnärzte gar nicht nutzt, wird ihrer Aufgabe nicht gerecht“, so Dr. Welsch. Stattdessen Puffertage, über die kurzfristig informiert wird, Jubel-Arien in den hauseigenen Gazetten über Besuche des Gesundheitsministers in der KZVB, Huldigungen an den ehemaligen „Staatskommissar“ Gaßner, gegen dessen Einsetzung über 3.000 bayerische Zahnärzte auf die Straße gegangen seien und Selektivverträge, die kleine Gruppen vorübergehend besser stellen sollten – zu Lasten aller Zahnärzte.
Der Freie Verband – so Welsch - habe sich auf seiner Landesvorstandssitzung am 20. März in Erlangen drei Kernziele für die Arbeit in der KZVB gesetzt: Er wolle: - mehr Demokratie in der KZVB und damit eine neue Satzung, die die Macht des 1. Vorsitzenden zugunsten des gesamten Vorstandes und der Vertreterversammlung reduziert;
- die Praxispauschale von 30 Euro monatlich abschaffen, um die Praxen finanziell zu entlasten und vor allem die kleinen und mittleren Praxen wieder gerecht zu behandeln;
- die Rückführung der Kontrollmechanismen bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung. In den vergangenen Jahren wurden die bayerischen Zahnärzte durch die Ausweitung des Prüfwesens immens belastet und mit Regressen überzogen.
Ein wichtiger Punkt für ein Mitgestalten in der KZVB sei für den FVDZ die im Sinne einer freiberuflich orientierten Zahnheilkunde wichtige Zusammenarbeit zwischen den Körperschaften KZVB und BLZK.
Der Landesvorstand habe sich in Erlangen für die Fortsetzung der seit über acht Jahren erfolgreichen Kammerpolitik mit den beiden Präsidenten Michael Schwarz (Bernau) und Christian Berger (Kempten) ausgesprochen. „Die Kammer setzt Richtlinien nicht einfach blind um, sondern nutzt ihre Gestaltungsspielräume, um für jede Praxis den größtmöglichen Freiraum zu erhalten, bzw. zu schaffen“, urteilt Landesvorsitzender Dr. Jürgen Welsch. „Wir müssen künftig gemeinsam gestalten – in KZVB und BLZK!“
Quelle: PM des FVDZ Bayern
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