„Demokratisierung“ des Uni-Zugangs: Medizinstudium ohne Abitur in Niedersachsen?

Das CDU/FDP-Kabinett in Niedersachsen will im Rahmen der Novellierung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes (NHG) Arzthelferinnen den Weg zum Medizinstudium ebnen. Der Abschluss als Medizinische Fachangestellte (MFA) und drei Jahre Berufserfahrung sollen demnach reichen, um eine Zugangsberechtigung zu erhalten. Niedersachsens Kultusminister Lutz Stratmann (CDU): "Damit tragen wir den geänderten Verhältnissen Rechnung, die vor allem durch den anstehenden demografischen Wandel und den Fachkräftebedarf sowie durch die Exzellenzinitiative auf die Hochschulen zukommen."
Der Hartmannbund (HB) übt scharfe Kritik an dem Vorhaben. Für Dr. Bernd Lücke, Vorsitzender des Niedersächsischen HB, ist dies "ein Zeichen dafür, dass die Politik nicht weiß, was sie tut."
Kurt Bernhard Neubert, Sprecher des Kultusministeriums, sieht in der Initiative hingegen nur die Umsetzung eines einschlägigen Beschlusses der Kultusministerkonferenz vom März 2009 zur Öffnung der Universitäten für beruflich Qualifizierte. Es gehe hier, so Neubert, um die „Demokratisierung des Uni-Zuganges“. Derzeit dürfen nur Meister, Techniker, Betriebswirte oder besonders begabte Berufstätige und zwar über Stipendien ohne Abitur studieren. Neubert: "In Zukunft müssen alle Länder entscheiden, wie sie den Beschluss umsetzen." Das Gesetz regele nur den Zugang zu den Hochschulen, betonte er, "über die Zulassung entscheiden die Hochschulen".
Quelle: Ärztezeitung Online vom 26.01.2010
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