ARD-Kommentar: Kassen-Karussell in Schwung bringen

Mit der Einführung der Zusatzbeiträge wollte der Gesetzgeber explizit ein neues Wettbewerbselement in das ansonsten durch den Einheitsbeitrag und Gesundheitsfonds staatlich zusätzlich reglementierte GKV-System einfügen. Wer als gesetzliche Krankenkasse mit dem zugewiesenen Geld nicht auskommt, muss (nun erstmals) direkt mit seinen Versicherten in Kontakt treten, zur Zahlung auffordern, die Eingänge überwachen und ein Mahnwesen aufbauen. Eine neue „Qualität", die den betroffenen Kassen höchst unangenehm ist.
Faktisch eine Aufforderung zum Wechsel zu einer (im Augenblick noch) günstigeren Versicherung. Auch wenn es nur um 8 € im Monat geht.
Dass genau dies am 25. Januar auch der Tenor im Kommentar der öffentlich-rechtlichen ARD-„Tagesthemen" zum Thema Zusatzbeiträge war, muss man als Steilvorlage für Patienten-Informationen in der Praxis verstehen. Viele Versicherte wissen gar nicht, dass ihnen ein Sonderkündigungsrecht zusteht, wenn ihre Kasse einen Zusatzbeitrag erheben will. Bei der DAK, die schon ab Februar mehr Geld von ihren mehr als 4 Millionen Mitgliedern fordern will, lässt sich in der Information geradezu ideal deren fragwürdiges „Zusatzangebot Selektivvertrag" in Zusammenarbeit mit der Managementgesellschaft „Indento" einbinden. Hervorragende Medien für Aufklärung und Patienten-Gespräche hierfür sind beim Deutschen Zahnärzteverband (DZV) in der Schlussredaktion und werden just in time zur Verfügung stehen.
Dirk Erdmann
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