Lauterbach: SPD rudert in Teilen ihrer Gesundheitspolitik zurück

In einem Interview mit dem „Kölner Stadtanzeiger“ kündigte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Karl Lauterbach, gleich zwei Paradigmenwechsel seiner Partei an: Weg mit der Kassengebühr und Wiedereinführung individueller Beitragssätze für die gesetzlichen Krankenkassen. Und das mit erstaunlichen Begründungen: Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Praxisgebühr keine steuernde Wirkung besitze. Sie habe überflüssige Arztbesuche nicht begrenzen können, sie steuere nicht hin zum Hausarzt, und sie sei bei Ärzten wie Patienten gleichermaßen unbeliebt. Den Einheitsbeitragssatz wolle die SPD nun wieder abschaffen, damit die Kassen wieder mit unterschiedlichen Sätzen im Wettbewerb stünden.
Wie hat doch der Kabarettist Dieter Hallervorden noch am vergangenen Mittwoch in einer ARD-Talkrunde so treffend bemerkt: Die Lösung eines Problems liege oft sehr nah. Häufig müsse man sich einfach nur umdrehen.
Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 15.01.2010
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